Kitzbühel, 24. Januar 2010
Felix Neureuther siegt in Kitzbühel
"Ich bin völlig fertig. Die Gefühle übermannen mich gerade", meinte der 25-jährige Sieger
sichtlich bewegt: "Vor drei Wochen hieß es noch, der Junge muss um die Olympia-Quali fürchten,
jetzt gewinne ich hier in Kitzbühel, das ist einfach irre. Ich habe solange hierfür gekämpft, war kurz vor dem Aufhören nach
dem schlechten Start in die Saison. Das ist die Erfüllung meines Kindheitstraums".
Den Grundstein für seinen heutigen Erfolg vor mehr als 25.000 Zuschauern legte der Slalomspezialist bereits im ersten Durchgang. Mit Startnummer zehn ins Rennen gegangen gelang Felix Neureuther ein überzeugender Lauf, mit dem er sich auf Rang drei liegend eine aussichtsreiche Position für das Finale verschaffte. Auch in diesem carvte er auf einem nahezu perfekten Ritt durch die Stangen hinunter ins Ziel und löste damit seinen bis dahin führenden französischen Kollegen Julien Lizeroux ab. Nachdem die beiden Führenden des ersten Durchgangs patzten und der erste Weltcuptriumph des Zöllners feststand, konnte es dieser zunächst gar nicht richtig fassen. Überglücklich vor Freude umarmte er schließlich noch im Zielraum seinen Vater, der vor genau 31 Jahren ebenfalls in Kitzbühel ganz oben am Siegerpodest stand. "Das ist viel schöner als selbst zu gewinnen", versicherte ein mindestens ebenso stark gerührter Christian Neureuther.
"Ich hatte keine einfache Saison, aber ich habe mich rausgekämpft und auf einmal stehe ich ganz oben. Es geht so schnell
in Deutschland. Entweder man ist der Depp oder der König", resümierte der Zollhauptwachtmeister nach dem Rennen seinen
bisherigen Winter. Über die Weihnachtstage hatte er sich nach einem misslungenen Saisonstart auch gemeinsam mit seinem Vater,
der heute eigens auf Wunsch des Sohnes angereist war, hart an sich gearbeitet. Zu Beginn des neuen Jahres gelang ihm
dann souverän die angestrebte Olympia-Qualifikation und er steigerte sich kontinuierlich von
Rennen zu Rennen. Mit dem Sieg in Kitzbühel hat sich Felix Neureuther schließlich sogar in den Kreis der Medaillenkandidaten für die
Olympischen Spiele in Vancouver eingereiht. Auch DSV-Alpindirektor
Wolfgang Maier war hoch zufrieden mit seinem besten Schützling und unterstrich den besonderen Stellenwert des heutigen
Erfolges: "In Kitzbühel zu gewinnen, kommt gleich hinter einer Medaille bei einer WM oder den Olympischen Spielen".




