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Zoll online > Pressemitteilungen > Rauschgift > Archiv 2007 > Zwei illegale Labore zur Herstellung von Dopingmitteln ausgehoben - Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet, Essen und Köln

Frankfurt am Main/Essen, 24. September 2007

Zwei illegale Labore zur Herstellung von Dopingmitteln ausgehoben - Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet, Essen und Köln

Am vergangenen Donnerstag fanden im Rahmen weltweiter Ermittlungen Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet sowie in Essen und Köln wegen des Verdachts auf internationalen illegalen Handel mit Doping- und Arzneimitteln sowie der Herstellung solcher Mittel statt. In diesem Zusammenhang führt die Staatsanwaltschaft Frankfurt zwei Ermittlungsverfahren in Zusammenarbeit mit den Zollfahndungsämtern Frankfurt am Main und Essen.

Ampullen Die Durchsuchungen führten zur Sicherstellung umfangreichen Beweismaterials.

In einem illegalen Labor zur Herstellung von Dopingmitteln, das Beamte des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main im Keller eines Wohnhauses in Kronberg aushoben, wurden 15 verschiedene Substanzen zur Herstellung von Anabolika und Arzneimitteln, 138 verkaufsfertige Ampullen, 18 Flaschen mit circa zwölf Litern fertiger Injektionslösung, tausende von Hologramm-Etiketten sowie Etiketten für diverse Arzneimittel neben den Laborutensilien sichergestellt.

Die beiden Beschuldigten, ein 30-jähriger Mann aus Königstein und eine 34-jährige Frau aus Steinbach, äußern sich derzeit nicht zum Tatvorwurf.

Dem Mann und der Frau wird vorgeworfen, seit Jahren einen illegalen Handel mit anabol-androgenen Steroiden (AAS) und nicht zugelassenen Arzneimitteln zu betreiben. Sie sollen im großen Stil Anabolikawirkstoffe sowie Wachstumshormone aus China bezogen haben, aus denen die Dopingmittel im illegalen Labor hergestellt wurden. Der Vertrieb erfolgte mittels geschäftsmäßiger Strukturen vorwiegend über das Internet, aber auch direkt an Abnehmer im Umfeld des 30-Jährigen, die im selben Sportstudio trainieren. Versorgt wurden hauptsächlich Konsumenten aus der Bodybuilderszene. Jedoch sind Bezüge zu anderen Sportarten nicht auszuschließen.

Sichergestellte Chemiekalien In einem weiteren Ermittlungskomplex durchsuchten Essener Zollfahnder Wohnungen in Köln und Essen.

Dort hatte sich der 26-jährige Kölner Informationstechniker in einem Kellerraum ein illegales Labor eingerichtet. Den schwunghaften Handel mit den verbotenen Substanzen erledigte er über das Internet. Die für die Herstellung notwendigen Chemikalien ließ er sich aus China an Anschriften aus seinem beruflichen Umfeld liefern. Die Anschrifteninhaber ahnten nichts davon.

In einem Lagerraum des Labors fanden die Essener Zollfahnder 256.000 Tabletten, 3.500 Ampullen mit anabol-androgenen Steroiden. Unter Verpackungsmaterial versteckt hatte der Täter noch 33.000 Euro aus seinen illegalen Geschäften "gebunkert". Auch hier fanden die Beamten professionell hergerichtete Verpackungsmaterialien, wie Hologramme, Verschlüsse und Aufkleber.

Der 26-jährige Täter ist weitgehend geständig. Die weiteren Ermittlungen dauern noch an.

Die Herstellung und der Handel mit Anabolikapräparaten unterliegt den strengen gesetzlichen Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes (AMG). Verstöße dagegen können mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden. In besonders schweren Fällen sieht das Gesetz eine Strafe bis zu zehn Jahren vor.

Herausgeber:
Zollfahndungsamt Essen
Weiglestraße 11-13
45128 Essen

Kontakt:
Ulrich Schulze
Tel.: 0201/27963-313
Fax: 0201/27963-194
E-Mail: Pressestelle.Essen@zfae.bfinv.de



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