Essen, 17. November 2009
Ein Kamin voll Heroin
Der große Karton kam mit einem internationalen Kurierdienst aus der türkischen Millionen-Metropole Bursa
und sollte über den Flughafen Köln-Bonn weiter nach Manchester (Großbritannien) transportiert werden.
Die Frachtpapiere wiesen den Inhalt als Zierkamin aus.
Den Zollbeamten der Kontrolleinheit beim Flughafen Köln-Bonn kam die ganze Sache jedoch seltsam vor und sie öffneten den Karton. Der billige Blechkamin war mit fünfzehn Kilogramm Heroin vollgestopft worden.
Die Kölner Zollfahnder übernahmen sofort die weiteren Ermittlungen. Nach Absprache mit ihren britischen Kollegen begleiteten sie den Stoff bis zum Flughafen von Manchester. Dort übernahm das britische Airport Crime Team der Polizei diese Lieferung. Kurze Zeit später erschien der Empfänger der Sendung, ein 34-jähriger türkischer Imbissbetreiber, um den Kamin abzuholen. Er wurde nach der Übernahme der "heißen" Fracht sofort festgenommen. Wie sich herausstellte, dealte er jedoch nicht nur mit Heroin, sondern betrieb zusätzlich eine Marihuanaplantage in den Nebenräumen seines Geschäftslokals.
Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit werden immer häufiger getarnte Drogenlieferungen in Absprache mit den zuständigen Staatsanwaltschaften von den Zollfahndern persönlich begleitet. Durch diese Taktik werden dem internationalen Drogenhandel empfindliche Schläge zugefügt. Die Täter, die die Drogen mit dem vermeintlich geringsten Risiko per Kurierdienst befördern lassen, können so, wie auch in diesem Fall, ermittelt und gefasst werden.
Den türkischen Imbissbetreiber erwartet in Großbritannien eine langjährige Haftstrafe. Das Heroin hätte im Straßenverkauf mehr als eine halbe Million Euro eingebracht.
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