Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll
Mit Teamgeist im Kampf gegen die Wirtschafts- und Rauschgiftkriminalität
Ein fast alltäglicher Einsatzauftrag: In einer Wohnung in Norddeutschland sollte
der als äußerst gewalttätig bekannte Anführer einer Zigarettenschmugglerbande
festgenommen werden. Der 42-jährige Miroslav S. hatte sich bereits mehrfach mit
Waffengewalt einer Festnahme entziehen können.
Als die Spezialisten der Zentralen Unterstützungsgruppe Zoll nach gründlicher
Sondierung der Lage morgens um 05:35 Uhr in die Wohnung eindrangen, blieb
Miroslav S. keine Zeit zum Griff nach seiner bereitstehenden
Es war einer der ersten Einsätze der Spezialeinheit des Zolls nach ihrer Gründung.
Einsatzbereich der ZUZ
Durch die ZUZ soll sichergestellt werden, dass der Zollfahndung unabhängig von
Einsatzort oder -zeit Spezialkräfte zur Verfügung stehen.
Die speziell ausgebildeten Beamten sollen die Fahndungsbeamten dort schützen, wo
der normale Einsatz nicht oder nur in Verbindung mit großen Risiken möglich ist.
Außerdem stellen sie die erforderliche Spezialausstattung und das Wissen über
taktische Verhaltensweisen bereit.
Dabei geht es nicht um den Einsatz von Gewalt, vielmehr wird nach intelligenten
Lösungen gesucht.
Zur Ausstattung gehören ebenso hochmoderne Peil- und Ortungsgeräte sowie Satellitentechnik, kugelsichere Westen, Helme, Schutzschilder, unterschiedliche Waffen und Spezialfahrzeuge. Dieser hohe technische Aufwand ist bei Einsatzlagen, in denen Zollfahndungsbeamte hochgradig gefährdet sind, ebenso wie bei der Sicherung "verdeckter Ermittler" oder "eingesetzter Scheinkäufer" unumgänglich.
Fortbildung
Da die Arbeit in einer solchen Einheit hoch qualifizierte Beamte erfordert, ist das Auswahlverfahren entsprechend streng und orientiert sich an den Erfahrungen aus anderen Sicherheitsbereichen, wie z.B. der GSG 9 und den Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei.
Ein guter Gesundheitszustand und psychische Stabilität sind Grundvoraussetzung. Daher ist das Bestehen eines ärztlichen, körperlichen und psychischen Eignungstests und die Vorstellung vor einer Auswahlkommission unabdingbar.
Weiterhin wird von den Beamten ein hohes Maß an Flexibilität gefordert:
Nach der Basisfortbildung im Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung folgen
Fortbildungsveranstaltungen für den Zollfahndungsbereich beim Zollkriminalamt, eine Schulung bei der
"Fortbildungsstelle der Spezialeinheiten der Polizei in NRW" und eine
Verwendung bei den Spezialeinheiten des Bundes und der Länder.
In dieser einjährigen Fortbildung trainieren die Beamten der ZUZ nicht nur den Ernstfall zu Lande, im Wasser und in der Luft. Sie erwerben vielmehr auch Kenntnisse und Fertigkeiten auf verschiedensten Gebieten, z.B. in rechtlichen, psychologischen, soziologischen, taktischen und technischen Bereichen. Dies sind absolut notwendige Voraussetzungen, um die vorgesehenen Aufgaben erfüllen zu können.
Da gerade in diesem speziellen Bereich oft Menschenleben von Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit und guten Nerven der Beamten abhängen, muss die Einsatzfähigkeit nicht nur erhalten werden. Sie muss vielmehr kontinuierlich an neue tatsächliche Voraussetzungen angepasst und gesteigert werden. Daher steht neben dem Fahr- und Sicherheitstraining und der Einweisung in neue technische Geräte auch besonders die Erhaltung der verschiedenen Grundfertigkeiten auf dem regelmäßigen Trainingsplan. Hierbei wird auf den Ausbau der Fertigkeiten im Schießen, beim Sport und der Selbstverteidigung Wert gelegt. Ausgebildete Spezialisten der ZUZ stehen als Sprengtechniker, Sport- und Selbstverteidigungsausbilder, Schießausbilder und qualifizierte Ersthelfer zur Verfügung.
Den Ausbildern kommt hier eine Schlüsselrolle zu, da nur durch erfolgreiche Fortbildung auch Begeisterungsfähigkeit für das jeweilige Einsatzgebiet hervorgerufen werden kann. Ziel in Fortbildung und Einsatz ist es, die unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Beamten so zusammenzuführen, dass optimale Teamleistungen erreicht werden.


