Freihafen Hamburg
Gründung des Freihafens
Der Geburtstag des Freihafens ist der 15. Oktober 1888. An diesem Tag trat die Vereinbarung
"über die Modalitäten, unter welchen der Anschluss Hamburgs an das deutsche Zollgebiet erfolgen soll" in Kraft. Sie wurde am 25. Mai 1881
zwischen dem Deutschen Reich und der Freien und Hansestadt Hamburg geschlossen. Hamburg schloss sich so mit Ausnahme des als Freihafen bezeichneten Hafenbezirks
dem Reichszollgebiet an. Abgesehen von Teilgebietsanschlüssen im Jahre 1868 war bis dahin das gesamte Stadtgebiet Zollausland gewesen.
Für die Errichtung des Freihafens waren umfangreiche Vorarbeiten erforderlich. Bevor mit dem Bau der Speicherstadt begonnen werden konnte, mussten über 20.000 Bewohner zwangsweise umgesiedelt werden. Die Speicherstadt ist mit einer Größe von rd. 350.000 m² noch heute eine der größten zusammenhängenden Lagerhauseinrichtungen der Welt.
Der Außenhandel bekam nach dem Zollanschluss einen enormen Aufschwung, so dass das Freihafengebiet mehrmals erweitert werden musste. Die größte Erweiterung erfuhr der Hamburger Freihafen 1910, als der Waltershofer Teil in den Freihafen einbezogen wurde.
Die Keimzelle des Hamburger Freihafen - die Speicherstadt - ist am 01. Januar 2003 aus der Freizone ausgegliedert worden. In einem Zeitrahmen von etwa 25 Jahren wird Hamburg dort mit der so genannten HafenCity ein Stadtviertel mit maritimem Ambiente schaffen, das Wohnen, Freizeit, Tourismus, Handel und Dienstleistungen verbindet. Es sollen in der HafenCity etwa 5.500 Wohnungen und über 20.000 Arbeitsplätze entstehen.
Der Freihafen nimmt derzeit eine Fläche von ca. 14.600.000 m² ein. Das ist rund ein Fünftel des gesamten Hamburger Hafengebiets.
Sicherung des Freihafens
Der Freihafen ist landseitig mit einem 17,5 km langen und ca. drei Meter hohen Zollzaun gesichert. Für die Warenabfertigung stehen 7 Zolldienststellen an Straßen sowie eine Eisenbahnzollstelle zur Verfügung. Der Personenverkehr kann 8 Freihafengrenzübergänge nutzen.
Im Freihafen ansässige Unternehmen
Im Hamburger Freihafen sind ungefähr 550 Unternehmen angesiedelt, die sich u.a. auf folgende Branchen verteilen:
- Umschlagbetriebe
- Lagerbetriebe (einschließlich Quartiersleute)
- Im- und Exporteure von Orientteppichen
- Händler mit Reiseproviant und Schiffsausrüstungsgütern
- Reparaturbetriebe für Container und Gabelstapler
- Stützpunkte von Speditionen und Reedereien
- Schiffsmakler
- Havariesachverständige
- Ladungskontrolleure und Tallybetriebe
- Industriebetriebe (Schiffswerften, Zulieferbetriebe, Maschinenbau und -reparatur)
- Mineralöl- und Paraffinverarbeitung, -lagerung und -handel
- Pharmaproduktion
- Kühlhausbetriebe
- Ewerführer, Vermietung von Schiffsraum (im Hafen)
- Medienbetriebe
- Museen und Ausstellungen
Zuständige Zollstelle
Auskünfte über die Überwachung der Freizone und Zollabfertigungen über die Freizone erteilt:
Hauptzollamt Hamburg-Hafen
Dienstgebäude Indiastraße 4
20457 Hamburg
Telefon: 040/81970-0
Telefax: 040/81970-203


