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Einfuhr von tierischen Erzeugnissen im Reiseverkehr und in Kleinsendungen

<www.zoll.de/goto?id=17836>

Zum 1. Mai 2009 ist die Verordnung (EG) Nr. 206/2009 mit strengen Vorschriften für die Einfuhr tierischer Erzeugnisse, die ausschließlich zum persönlichen Verbrauch bestimmt sind, in der EU in Kraft getreten.

Da die Einschleppung von Tierseuchen auch bei der Einfuhr von Erzeugnissen tierischer Herkunft, die Reisende in ihrem Gepäck mit sich führen oder die in Kleinsendungen an Privatpersonen (einschließlich der Bestellung per Fernabsatz) verschickt werden, nicht ausgeschlossen werden kann, gelten für die Einfuhr derartiger Produkte in die EU strenge veterinärrechtliche Bestimmungen.

Werden Fleisch, Milch sowie daraus hergestellte Erzeugnisse wie z.B. Käse oder Wurstwaren privat eingeführt, so müssen diese Waren dieselben veterinärrechtlichen Anforderungen erfüllen wie gewerbsmäßige Einfuhrsendungen.

Das heißt, Reisende, die solche Waren mit sich führen, dürfen nur noch über bestimmte Eingangsstellen, an denen ein Veterinär anwesend ist, in die Europäische Union einreisen. Zudem müssen die Erzeugnisse von festgelegten Gesundheitsbescheinigungen und einem gültigen Begleitdokument (Gemeinsames Veterinärdokument für die Einfuhr "GVDE") begleitet sein.

Ausgenommen von diesen Regelungen sind z.B. die nachfolgenden Waren. Sie können daher im Rahmen der angegebenen Höchstmenge bedenkenlos durch Reisende mitgebracht werden:

  • Säuglingsnahrung und aus medizinischen Gründen erforderliche Spezialnahrung in ungeöffneten Verkaufsverpackungen bis zu zwei Kilogramm,
  • Nahrungsmittel, die nur in geringen Mengen Milch oder Sahne enthalten, wie zum Beispiel Sahnebonbons, Schokolade oder Kekse,
  • andere tierische Erzeugnisse als Fleisch oder Milch bzw. daraus hergestellte Waren bis zu einem Gewicht von zwei Kilogramm (z.B. Honig) sowie
  • Fischereierzeugnisse (z.B. frischer, gekochter oder geräucherter Fisch sowie bestimmte Krustentiere wie Garnelen und Hummer), deren Gesamtgewicht 20 Kilogramm oder das Gewicht eines Fisches (maßgeblich ist der höhere der beiden Werte) nicht übersteigt.

Für die Einfuhr aus den Färöern, Grönland und Island bestehen darüber hinaus Sonderregelungen. Die zulässige Höchstmenge für die einzelnen Warenkategorien (außer Fischereierzeugnissen) beträgt hier jeweils zehn Kilogramm.

Entsprechen die Waren nicht den Einfuhrvoraussetzungen, werden die Sendungen vom Zoll zurückgewiesen. Sie müssen dann ggf. an Ort und Stelle entsorgt werden.

Die neuen Beschränkungen gelten jedoch nicht im Reiseverkehr zwischen den 28 EU-Mitgliedstaaten, sowie für die Einfuhr tierischer Erzeugnisse aus Andorra, Liechtenstein, Norwegen, San Marino und der Schweiz. Zudem gelten diese Bestimmungen auch nicht für die Einfuhr von Fischereierzeugnissen zum persönlichen Verbrauch aus den Färöern und Island.

Bedenken Sie bitte auch, dass im Falle von Erzeugnissen aus Tieren geschützter Arten (z.B. Kaviar von Störarten) zusätzlich die artenschutzrechtlichen Bestimmungen zu beachten sind.

Weitere Informationen zum Artenschutz

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Bitte informieren Sie sich rechtzeitig bei den zuständigen Veterinärbehörden der Länder. Weitere Informationen zur Einfuhr von Erzeugnissen tierischen Ursprungs im Reise- und Postverkehr durch Privatpersonen erhalten Sie auch beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, bei den zuständigen veterinärrechtlichen Grenzkontrollstellen in Deutschland, bei den für den Wohnsitz zuständigen Veterinärbehörden und bei der für Sie örtlich zuständigen Zolldienststelle bei Fragen zu konkret beabsichtigten oder laufenden Abfertigungsverfahren.

Zusatzinformationen

Weitere Informationen

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